Kindergartenleben

Unser Kinderhaus hat drei geschlossene Gruppen mit jeweils 22 Kindern. Die Gruppen sind alters- und geschlechtsgemischt und werden von ausgebildeten Pädagogen mit Montessori-Diplom betreut.

Tagesablauf

7.15-8.00 Uhr 
Frühdienst: Die Kinder werden gruppenübergreifend von einer Pädagogin betreut.

7.45-8.45 Uhr    
Bringzeit: Um 8.45 Uhr wird die Haustüre geschlossen, um ein ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen. Zu spätes Eintreffen stört die Arbeit mit der Gruppe und dem Kind bleibt auch zu wenig Zeit im Kinderhaus. Daher ist ein Zuspätkommen nach dem Ende der Ankunftszeit nicht möglich.

9.00-12.00 Uhr
Montessori-Freiarbeitszeit; Brotzeit; Gemeinsamer Stuhlkreis; Spielen im Garten.

12.00 Uhr
Mittagessen in den jeweiligen Gruppen.

12.30-15.00Uhr
Zeit für die am Vormittag begonnenen Arbeiten und Beschäftigungen fertig zu stellen, sowie für Spiel drinnen und draußen.

15.00-16.00Uhr
Spätdienst: Die Kinder werden gruppenübergreifend von einer Pädagogin betreut.

Was passiert, wenn ich mein Kind nicht pünktlich abholen kann?

Kein Kind bleibt unbeaufsichtigt. Aber so flexibel wir bei der Ankunftszeit sein können, so sehr Wert legen wir auf einen gemeinsamen Schluss der Kinderhauszeit. Sollte das Kind nicht pünktlich abgeholt werden können, informieren Sie uns bitte umgehend telefonisch. Die Erfahrung zeigt, dass schnell ein Austausch zwischen den Eltern stattfindet. Wer im Stau steht, lässt sein Kind in der Regel von anderen Eltern mit abholen. Meist spielen die Kinder nach der Kinderhauszeit noch einige Zeit unter Aufsicht der Eltern auf der Wiese neben dem Kinderhaus.

Werkstätten

Neben der täglichen Montessori-Freiarbeit bieten wir den Kindern sogenannte Werkstätten an, die wöchentlich stattfinden.

Die Musikwerkstatt findet einmal wöchentlich im Kreis von circa 10 Kindern statt. Hier wird nicht nur das musikalische Verständnis der Kinder gestärkt, sondern auch die Bewegung im Einklang mit der Musik erfahren. Sehr liebevoll wird dabei die musikalische Früherziehung mit einem tiefen Verständnis zu Rhythmik und Klang vermittelt.

Für die Bewegungswerkstatt können wir mit den Kindern die Turnhalle der Schule nutzen. Diese wöchentlichen Stunden gestalten die Gruppenpädagoginnen mit Rhythmik, Turnen, verschiedenen Sportgeräten und Spielen.

In der Sprachwerkstatt bringen die Kindergartenkinder ihre Sprachen und Sprachwelten mit ein und es findet eine Reflektion über die eigenen und fremden Sprachen statt. Zweisprachige Eltern werden eingeladen, um ihre Sprache in diesem Rahmen vermitteln zu können z.B. mit einem altersgemäßen Spiel, einem Lied, etc. Insbesondere anhand authentischer Bücher wird vermittelt, wie Kinder in der englischsprachigen Welt leben oder sich mit Hilfe der englischen Sprache weltweit verständigen können.Die Offenheit der Kinder in diesem Alter trägt zu einer Entwicklung von interkulturellem Lernen bei, die in einer zunehmend globalen Welt notwendig sein wird. Englisch als Sprache der Verständigung und Begegnungssprache für die Kulturen dieser Welt ist dann ein Beitrag zu,  wie Montessori es nennt, „universaler Harmonie“.

In der Forscherwerkstatt können die Kinder entdecken und forschen. Dabei sollen die Kinder nicht nur an einem Tag in der Woche die Möglichkeit haben etwas auszuprobieren oder zu experimentieren. So wird nach Themenbereichen ein Experiment im Stuhlkreis vorgeführt und besprochen. Das Material dazu ist im Gruppenraum auf einem „Experimentiertablett“ und verbleibt dort für eine bestimmte Zeit. Es kann, je nach den Bedürfnissen der Kinder, immer wieder benutzt werden. In bestimmten Abständen wird das „Experimentiertablett“, mit Material zu einem anderen Thema, ausgewechselt.

Eingewöhung

In der Eingewöhnungszeit besteht die Möglichkeit für ein Elternteil, im Gruppenraum anwesend zu sein und erst zu gehen, wenn das Kind sich ausreichend sicher fühlt. Die Pädagoginnen orientieren das Vorgehen in der Eingewöhnungszeit an den indiviuellen Bedürfnissen des Kindes und sprechen das mit den Eltern ab. Außerdem kommen nie alle neuen Kinder gleichzeitig in eine Gruppe, sondern nacheinander. Die Eingewöhnungszeit wird ausführlich am Informationsabend besprochen.

Prinzipien unserer Pädagogik

„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“ (Maria Montessori)

Jedes Kind besitzt einen inneren Bauplan. Dieser leitet seine Entwicklung.

Die Bedeutung der sensiblen Phasen

Eine sensible Phase ist eine Zeit, in der das Kind besonders empfänglich für ein Thema ist. In dieser Phase ist das Interesse für das Thema so groß, dass es mühelos Informationen aufnimmt und lernt. So gibt es z.B. die sensible Phase für die Verfeinerung der Sinne oder Sprache.

Vorbereitete Umgebung

Die Gruppenräume unseres Kinderhauses sind so gestaltet, dass die Kinder entsprechend ihrer sensiblen Phase Materialien vorfinden. Diese sind für die Kinder gut zugänglich und nach Bereichen übersichtlich angeordnet. Jedes Material hat seinen festen Platz. Die Materialien umfassen die Bereiche Übungen des praktischen Lebens, Sinnesmaterial, Mathematik, Sprache, kosmische Erziehung und Stilleübungen. Diese sind kindgerecht und ästhetisch und regen damit die Kinder zur Selbsttätigkeit an. Wir schaffen den Kindern eine Umgebung, die das Kind zum selbständigen Arbeiten und Handeln anregt.

Freie Wahl

Das Kind wählt selbständig, mit welchem Material es arbeiten möchte. Es entscheidet, an welchem Platz es arbeitet und wie lange es sich mit dem Material beschäftigt. Im Kinderhaus bekommt das Kind die Zeit, alle Dinge nach seinem Tempo zu machen.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Das Kind arbeitet so konzentriert und ist so vertieft in sein Tun, dass es sich durch keine Störung von außen ablenken lässt. Diese Aufmerksamkeit und Konzentration entsteht, wenn es in einer vorbereiteten Umgebung mit einem Material entsprechend seiner sensiblen Phase selbständig arbeitet.

Die Rolle der PädagogInnen

Eine bedeutende Rolle der pädagogischen Arbeit stellt die Beobachtung dar. Nur durch gutes Beobachten erkennen wir, für welches Thema das einzelne Kind im Moment besonders empfänglich ist und welche Bedürfnisse es hat. Dies ermöglicht uns, die vorbereitete Umgebung für die Kinder zu schaffen. Wir fördern die Kinder entsprechend ihrer Stärken und begleiten sie mit Ruhe und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun“ unterstützen wir jedes einzelne Kind in seiner Entwicklung zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit.

„Die Natur gab dem Kind den absorbierenden Geist, die sensiblen Phasen und die humanen Tendenzen. Das Beste, das wir ihm geben können, ist die gut vorbereitete Umgebung, unsere Achtung und Liebe.“ (Maria Montessori)

Eltern im Kinderhaus
Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern im Rahmen einer Bildungspartnerschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit im Kinderhaus. Neben den regelmäßigen  Entwicklungsgesprächen , die mindestens einmal im Jahr stattfinden, gibt es  die Möglichkeit in Elterngesprächen sowie beim Bringen und Abholen Informationen und Beobachtungen über das Kind auszutauschen. Für Informationen die das Kinderhaus betreffen gibt es im Flur Informationstafeln. Zudem bieten wir eine Reihe von Elternabenden an.

Hier finden Sie die aktuelle Konzeption des Kinderhauses zum Download.