Maria Montessori – Lebenslauf

Maria Montessori
Maria Montessori
Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Chiaravalle nahe der italienischen Adriaküste geboren. Ihr Vater war ein Beamter, ihre Mutter eine für damalige Verhältnisse sehr gebildete Frau. Maria Montessori wuchs in Rom auf, sie ging dort auch zur Schule und besuchte eine technische Oberschule. An der Universität in Rom schloss sie zuerst ein Studium der Naturwissenschaften ab, danach studierte sie dort auch Medizin. Ihre Promotion hatte Sie im Jahr 1896. Sie vertrat im selben Jahr italienische Frauen auf dem „Internationalen Kongress für Frauenbestrebungen“ in Berlin. 1898 wurde Sie Mutter mit ihren Sohn Mario. Dieser wuchs in einer Pflegefamilie auf, da Maria Montessori unverheiratet war. Montessori „scheint zum einzigen Mal in ihrem Leben dem Druck anderer – ihrer Familie und ihrer Freunde – nachgegeben zu haben“, schrieb ihre Biografin Rita Kramer über die Entscheidung, das Kind heimlich auf die Welt zu bringen und wegzugeben. Als Mario 14 Jahre alt war, hat Sie ihn zu sich genommen. 1899 übernahm Maria Montessori die Leitung eines heilpädagogischen Instituts in Rom und entwickelte in dieser Zeit didaktische Materialien.

150 Jahre Maria Montessori
150 Jahre Maria Montessori
1901 begann sie sogar ein weiteres Studium der Anthropologie, Psychologie und Erziehungsphilosophie. 1907 eröffnete sie das erste Kinderhaus in einem Armenviertel von Rom, die Casa dei bambini. Es war schließlich der Auftakt der reformpädagogischen Montessori-Bewegung. In den Zwanzigerjahren wurde ihre Erziehungsmethode von Benito Mussolini ausgebaut. Anfang der Dreißiger distanzierte sich Maria Montessori von dessen faschistischem Regime. Die Pädagogik von Maria Montessori wurde verboten.

Die Montessoribewegung begann ab 1919 auch in Deutschland Fuß zu fassen. Es gab erste Ausbildungskurse. Clara Grunwald errichtete in Berlin zusammen mit Elsa Ochs das erste Kinderhaus und in Württemberg die erste Montessoriversuchsklasse Deutschlands. Clara Grunwald gründete und leitete in dem 20er Jahren die DMG (Deutsche Montessorigesellschaft). Als Jüdin wurde sie von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot belegt und schließlich in Ausschwitz ermordet. Alle Montessorieinrichtungen in Deutschland und Österreich wurden vom Regime verboten und geschlossen.

Maria Montessori wurde im zweiten Weltkriegs als italienische Staatsbürgerin während eines Indienaufenthaltes gemeinsam mit ihrem Sohn Mario von den Engländern interniert. In Indien lernte sie Mahatma Ghandi kennen und formulierte ihre Grundsätze einer Erziehung zum Frieden. In mehreren Auslandsaufenthalten und durch die Organisation regelmäßiger internationaler Ausbildungskurse verbreitete sich die Montessori-Pädagogik weltweit.

Maria Montessori
Maria Montessori
Erst 1949 kehrte Maria und ihr Sohn Mario Montessori endgültig nach Europa zurück und nahmen ihren Wohnsitz in den Niederlanden. Mario übernahm zusehends die Rolle des Mitentwicklers und Hüters des reichen pädagogischen Erbes von Maria Montessori. Dreimal seit 1949 für den Friedensnobelpreis nominiert – starb Maria Montessori 1952 in den Niederlanden.

Die Montessori-Pädagogik ist heute in fast 150 Ländern verbreitet, gibt der internationale Dachverband AMI (Association Montessori Internationale) in Amsterdam an. Als einer der größten Zweige der Reformpädagogik genießt sie weltweit hohes Ansehen. In Deutschland stehen rund 600 Kitas, auch „Kinderhäuser“ genannt, und 400 Schulen. Zwei Drittel davon haben freie Träger, die meisten wurden in den Achtziger- und Neunzigerjahren von Eltern gegründet. Reguläre Abschlüsse bieten Montessori-Schulen in Kooperation mit staatlichen Schulen an. In der Montessorischule im Olympiapark, wo die Schüler bis zur zehnten Klasse lernen, können sie etwa den qualifizierenden Mittabschluss und den Mittleren Schulabschluss erwerben. Außerdem verfassen am Ende der siebten Jahrgangsstufe alle Schüler und Schülerinnen eine sogenannte Große Arbeit zu einem Thema ihrer Wahl. Diese Große Arbeit hat einen theoretischen und praktischen Teil und wird zum Abschluss in einem feierlichen Rahmen der Schulgemeinschaft präsentiert.

Lehrkräfte und PädagogInnen, die in Montessori-Einrichtungen arbeiten, absolvieren eine zeit- und kostenintensive Zusatzausbildung, da die Montessori-Pädagogik in den meisten Lehrerausbildungen/ Studium wenig Berücksichtigung findet.

Wissenswert ist auch, dass sich aus der Montessori-Pädagogik die Montessori-Heilpädagogik mit der Montessori-Therapie in München nach Professor Dr. Hellbrügge entwickelt hat.


Die hier gezeigten Bilder wurden von den Schülern der Montessori Schule im Olympiapark gemalt.